Herzlich willkommen beim Exil-P.E.N. im Internet!

Im Exil-P.E.N., Sektion deutschsprachiger Länder, sind vorwiegend Autoren, die aus politischen Gründen ihre Heimat verließen oder gar verlassen mussten, verbunden.
Schriftsteller, die im Exil leben, schauen auf einen weiten Horizont. Ihr Blick richtet sich oft über Grenzen hinaus und in die Details anderer Gesellschafts- und Lebensformen hinein. Das kann für eine Gesellschaft, die sich dafür öffnet, von Nutzen sein – nicht im Sinne von Besserwisserei, sondern zur Erweiterung von Erfahrung. Und wie könnte diese lustvoller geschehen als durch Literatur?
Wir laden Sie ein, hier die Autoren des Exil-P.E.N. kennenzulernen – sowohl durch eine sich aufbauende Sammlung ihrer Texte, als auch durch Stellungnahmen zum (literarischen) Zeitgeschehen.

Ursula Teicher-Maier

Nachruf
auf unser exil-P.E.N.-Mitglied Boris Chasanow
(Dr. Gennadi Moissejewitsch Faibussowitsch)

Mit dem Ausdruck tiefer Trauer geben wir im Namen unseres Präsidiums und aller Mitglieder unseres Vereins kund, dass unser hochverehrtes Mitglied, der Schriftsteller und Arzt Boris Chasanow, (Dr. Gennadi Moissejewitsch Faibussowitsch) am 11. Januar 2022 in München verstorben ist.
Am 16.1.1928 in Leningrad geboren studierte er an der dortigen Universität Altphilologie. 1955 wurde er wegen „antisowjetischer“ Propaganda verhaftet und zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nach seiner vorzeitigen Entlassung durfte er in Moskau nach seinem Medizin-Studium als Arzt arbeiten. Neben dieser amtlichen Tätigkeit war er u. a. als Übersetzer der philosophischen Schriften von Gottfried Wilhelm Leibniz tätig.
Nach seiner 1982 erfolgten Emigration in die Bundesrepublik Deutschland wurde er Mitglied des Exil-PEN-Clubs und veröffentlichte seit 1986 in der Deutschen Verlagsanstalt Stuttgart zahlreiche erfolgreiche Romane, die von der renommierten Übersetzerin Annelore Nitschke ins Deutsche übertragen, ein breites Echo in der literarischen Öffentlichkeit unseres Landes auslösten. „Gegenzeit“ (1986), „Die Königsstunde“ (1990), „Unten im Himmel“ (1993), „Der Zauberlehrer“ (1996), „Vögel über Moskau“ (1998), „Mythos Rußland“ – mit diesen Publikationen schuf Boris Chasanow bleibende, tiefgreifende Eindrücke von der bizarren Geschichte der Sowjetunion und deren vielschichtiger Gesellschaft. Wie Gennadi Moissejewitsch als jüdisch stämmiger Bürger unter diesem autoritären und diktatorischen Regime zu leiden hatte, war nicht nur Gegenstand seiner Bücher. Auch im Rahmen von Lesungen und vereinsinternen Gesprächen gab er Zeugnis ab von den repressiven Lebensumständen in seinem Geburtsland. Der stets bescheiden und zurückhaltend auftretende Schriftsteller Boris Chasanow, dessen Teilnachlass das Archiv der Forschungstelle Osteuropa an der Universität Bremen erworben hat, lebte bedauerlicherweise nach seiner Exil-PEN-Lesung in Dresden im Jahr 2009, auch krankheitsbedingt, sehr zurückgezogen, so dass einige unserer Mitglieder nur noch sporadischen telefonischen Kontakt zu ihm hatten.
Mit dem Ableben von Boris Chasanow hat unser Exil-PEN Verein einen hochgeschätzten Kollegen, bedeutenden Schriftsteller der russischsprachigen Literatur und vor allem einen bescheidenen, hochsensiblen Menschen verloren, dessen Wesen und Erscheinung uns alle in Erinnerung bleiben wird. Wir gedenken seiner Persönlichkeit und werden ihn in die Geschichte unserer Exil-Vereinigung ehrwürdig aufnehmen!

Im Namen des Präsidiums und aller Mitglieder unseres Exil-P.E.N.-Vereins
Regensburg/ Berlin / Ulm / München 15. Januar 2022

"Das Literaturland Westfalen gratuliert Herbert Somplatzki herzlich zum Ehrenverdienstabzeichen für Ermland und Masuren, das ihm ... für seine jahrzehntelange literarische Begegnungsarbeit in der Philharmonie der Stadt Olsztyn verliehen wird!

Nachdem er seine Geburtsheimat Masuren vor 75 Jahren verlassen musste, fand Herbert Somplatzki in Westfalen eine neue Heimat. Bereits 2019 wurde ihm für sein literarisches Lebenswerk und die Jahrzehnte währenden Begegnungen mit jenen polnischen Menschen, die jetzt in Ermland-Masuren leben, vom Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen."

“Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.” (Heinrich Heine)

Traditionell wird in der Reichspogromnacht in Neubrandenburg der Opfer von 1938 gedacht.

Seit Dienstag erinnert die Stadt aber auch an die NS-Bücherverbrennung von 1933.

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