Herzlich willkommen beim Exil-P.E.N. im Internet!

Im Exil-P.E.N., Sektion deutschsprachiger Länder, sind vorwiegend Autoren, die aus politischen Gründen ihre Heimat verließen oder gar verlassen mussten, verbunden.
Schriftsteller, die im Exil leben, schauen auf einen weiten Horizont. Ihr Blick richtet sich oft über Grenzen hinaus und in die Details anderer Gesellschafts- und Lebensformen hinein. Das kann für eine Gesellschaft, die sich dafür öffnet, von Nutzen sein – nicht im Sinne von Besserwisserei, sondern zur Erweiterung von Erfahrung. Und wie könnte diese lustvoller geschehen als durch Literatur?
Wir laden Sie ein, hier die Autoren des Exil-P.E.N. kennenzulernen – sowohl durch eine sich aufbauende Sammlung ihrer Texte, als auch durch Stellungnahmen zum (literarischen) Zeitgeschehen.

Ursula Teicher-Maier

Ota Filip (1930-2018) 

Abschied, Gedenken und Würdigung einer Schriftsteller-Persönlichkeit

Der am 9. März 1930 in Schlesisch-Ostrau geborene und am 2. März 2018 in Garmisch- Partenkirchen verstorbene tschechische und deutsche Schriftsteller Ota Filip gehörte jener Generation von tschechischen Autoren an, die auf zweifache Weise unter den schrecklichen Machtverhältnissen nach dem II. Weltkrieg leiden mussten. Nach dem Abitur 1948 arbeitete er nach Abschluss eines Fernstudiums an der Karls-Universität in Prag als Zeitungs- und Rundfunkredakteur. Nach einer einjährigen Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei wurde er aus deren Reihen wegen regimekritischer Äußerungen im Jahr 1960 ausgeschlossen. In den 1960er Jahren wurde er wegen „staatsfeindlicher Aktivitäten“ zweimal zu Haftstrafen verurteilt. Zwischen seinen Gefängnisaufenthalten schickte er literarische Manuskripte an bundesdeutsche Verlage. Auf diese Weise konnte er beim S. Fischer Verlag in den 1960er Jahren drei Romane publizieren, und in der Vorphase des Prager Frühlings durfte er den viel beachteten Roman „Café an der Straße zum Friedhof“ in einem tschechischen Verlag veröffentlichen. Ungeachtet seiner wachsenden Anerkennung als Schriftstellers wurde er 1969, nach der Niederschlagung des Prager Reform-Sozialismus, erneut wegen so genannter systemkritischer Aktivitäten in Haft genommen. Nach seiner Entlassung arbeitete er in verschiedenen Berufen, solange bis er mit seiner Familie in die Bundesrepublik Deutschland ausgebürgert wurde. In den 1970er und 1980er Jahren arbeitete er als Lektor, Kultur- und politischer Redakteur, publizierte eine Reihe von hoch gelobten Romanen, unter denen vor allem „Die Himmelfahrt des Lojzeck Lapáček aus Schlesisch-Ostrau“, „Großvater und die Kanone“, „Café Slavia“ wie auch „Das Russenhaus. Roman um Gabriele Münter und Wassily Kandinsky“ herausragten.

 

Minister: „Mit dem Donauschwäbischen Kulturpreis bekennt sich das Land Baden-Württemberg zu den Donauschwaben und ihren kulturellen Leistungen.“

„Es ist gut und wichtig, dass es einen Donauschwäbischen Kulturpreis gibt. Die Donauschwäbische Kultur hat selbstverständlich eine besondere Bedeutung für die Donauschwaben. Sie ist freilich auch für alle Deutschen wichtig: Die Donauschwäbische Kultur macht Erfahrungen zugänglich, die ansonsten verborgen blieben oder in Vergessenheit gerieten – etwa Erfahrungen von Flucht und Vertreibung, Zusammenpferchung in Internierungslagern unter unmenschlichsten Bedingungen, Entbehrungen oder den mühevollen Aufbau eines neuen Lebens fern der vertrauten Heimat. Die donauschwäbische Kultur bereichert die deutsche Kultur um einen besonderen Ton“, sagte der
Stv. Ministerpräsident, Innenminister und Landesbeauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler Thomas Strobl. Anlass war die Verleihung des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg heute, 29. November 2017, im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen.

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